RBS Logo

TGTM12 besichtigt Zementwerk

 

Schelklingen, 22.5.2015 Wir, die Klasse TGTM12, sahen uns am letzten Schultag vor den Pfingstferien in Begleitung von unserem Technik- und Projektmanagementlehrer die Zementherstellung bei der Firma Heidelberger an. In einem kurzen Einführungsvideo wurde uns der Vorgang der Zementherstellung erklärt. Anschließend zeigten uns die beiden Mitarbeiter von Heidelberger anhand eines Modells die einzelnen Anlagen. Hier waren schon die gewaltigen Ausmaße des Werkes ersichtlich.

 

Aufgrund der Größe und der Komplexität der Produktion ist der Leitstand der Anlage rund um die Uhr besetzt. Im Werk arbeiten Elektriker, Schlosser, Laboranten und Industriekaufleute. In Schelklingen gibt es die Möglichkeit, eine Lehre zu beginnen, wer jedoch dual studieren möchte, muss in Heidelberg anfangen. Neben dem zentralen Leitstand und der Lehrwerkstatt haben wir uns auch das Ersatzteillager angesehen:

     
Lager   Leitstand

 

Was wir über den Zement und seine Herstellung erfahren haben möchten wir euch nicht vorenthalten! Zuallererst werden durch Sprengungen im Großbohrlochverfahren oder durch Reißen mit schwerem Gerät Kalkstein, Ton und Mergel, die wichtigsten Rohstoffe von Zement, aus dem Steinbruch gewonnen. Anschließend wird das Gestein in einem Brecher vorzerkleinert. Der entstandene Rohschotter wird über große Bandanlagen in die Schotterhalle befördert, dort zwischengelagert und homogenisiert.

 

Rohschotter   Zuführung von Stoffen

 

 

Anschließend wird dieser mit anderen Zumahlstoffen, z.B. Eisenerz und Sand zu einem feinen Pulver vermahlen.

Die Klinkerherstellung kann im Nass- oder Trockenverfahren erfolgen; aus energetischen Gründen wird hauptsächlich das Trockenverfahren angewendet.

Hierbei wird dem Rohmehl mithilfe von Ofenabwärme die Feuchtigkeit entzogen. Es gelangt nun über ein Zyklonsystem in den Drehofen. Dort wird das Material erhitzt - als Energieträger dient Kohle. Diese wird jedoch aus Umwelt- und Kostengründen mehr und mehr durch Sekundärrohstoffe wie Altreifen, Plastikflusen oder Tiermehl ersetzt. Bei einer Temperatur von etwa 1450°C ist die Sintergrenze erreicht, bei der das Rohmehl durch eine chemische Reaktion vollständig in Zementklinker umgewandelt wird.

 

 

   

 

Drehofen Brennstoffe-Altreifen

Drehofen

 

 

Der abgekühlte Klinker wird nun erneut gemahlen. Je nach Zementsorte wird beispielsweise Gips und Anhydrit hinzugegeben, um die Abbindezeit des späteren Betons zu regulieren. Auch Flugasche, Hüttensand und Kalk sind weitere Hauptbestandteile des Zements, die zugegeben werden.

Der fertige Zement wird in Säcke abgepackt und palettiert, der meiste Teil hier in Schelklingen wird jedoch als lose Ware auf LKW verladen.

 

     
  Packerei

Verpackungsanlage

 

 

Nicht weit von der Versandhalle entfernt befinden sich die Sozialräume der Firma mit Kantine. Dort aßen wir nach dem langen Marsch durch die Zementherstellung zu Mittag. Die Besichtigung war wie die Exkursion zu Matrium und Deutz ein gelungener Tag. Danke an Alle die dabei waren!